Funkmast in Illereichen?
Geplant ist offenbar die Errichtung eines Sendemastes in Illereichen für das TETRA-Netz. TETRA (ursprünglich trans european trunked radio, jetzt terrestrial trunked radio) ist ein Standard für den digitalen Bündelfunk. Das Funknetz ist zellular aufgebaut. Zellwechsel und damit die Gesprächsweitergaben sind im gesamten Netz möglich. Das Netz soll die bisher vorhandenen regional und organisatorisch unterschiedlich gegliederten Analog-Funknetze der einzelnen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) ersetzen. Wichtig ist insbesondere der zeitgleiche Zugriff auf große Datenmengen (z.B. Abfragen beim Kraftfahrtbundesamt, Einspielung von Kartenmaterial und umfangreichen Gebäudeplänen u.a.) und deren Übertragung.
Da das Netz von allen BOS-Organisationen (Polizei, Katastrophenschutz, Rettungsdienste, Feuerwehren u.a.m.) zusammen betrieben wird, werden insgesamt (im Vergleich zu mehreren unterschiedlichen Netzen) weniger Relaisstationen benötigt und die Wartungskosten gesenkt.
Allerdings ist die Reichweite eines Relais deutlich geringer als im analogen Funknetz. Dadurch und durch den hohen Preis einer TETRA-Basisstation ist das finanzielle Argument für die Einführung hinfällig. Es dürfte - wie bei allen Planungen der Öffentlichen Hand - deutlich teurer werden, als ursprünglich vorgesehen.
Federführend für Planung und Ausführung ist eine weithin unbekannte Behörde, die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS, organisiert als Anstalt des öffentlichen Rechts) die am 02.07.2007 ihre Tätigkeit aufgenommen hat. Allgemeine Information zu Tätigkeit und Aufbau können der Internetseite der Behörde www.bdbos.bund.de entnommen werden.
Eine Veranstaltung zum Thema "Sendemast" findet am 24.03.2010, 20.00 Uhr, im Gasthof Rössle in Altenstadt statt.
Der Sendemast könnte sich ungefähr hier befinden:

Warum dies alles so geheim ist, es aber einigen Anliegern (angeblich 13) bereits bekannt sein soll (woher auch immer), bleibt ebenso im informellen Behördendunkel wie die Tatsache, warum ausgerechnet dieser Standort und nicht ein Standort auf der anderen Seite der Autobahn ausgewählt wurde und - was noch wichtiger ist, warum es nur 13 Betroffene geben soll. Vielleicht dient ja die Informationsveranstaltung der Aufhellung?