Es bleibt bei einem Namen auf dem Stimmzettel
15.01.2010 04:58 Uhr
Von Eva Büchele

Zunächst hatte der Altenstadter Schreibwarenhändler angekündigt, sich von der neu gegründeten Wählergemeinschaft Altenstadt - nicht zu verwechseln mit der Freien Wählergemeinschaft (FWG), die bereits seit Längerem besteht - als Bürgermeisterkandidat nominieren zu lassen. „Zwei Kandidaten wären eine feine Sache gewesen“, so Zanker. Er habe etwas für seine Gemeinde tun wollen.
Doch in den vergangenen Tagen habe man ihm das Gefühl vermittelt, dass kein zweiter Kandidat erwünscht sei. „Der bestehende Marktrat steht nicht hinter mir“, begründete er seinen Rückzieher. So hatten die Fraktionen des Gemeinderats gemeinsam Wolfgang Höß als Kandidaten nominiert. „Und schließlich müsste ich, falls ich gewählt worden wäre, mit diesen Gemeinderäten zusammenarbeiten“, so Zanker. Doch hauptsächlich seien familiäre Gründe ausschlaggebend für seine Entscheidung gewesen.
Albertine Hörwig, Unterstützerin von Zanker, merkte an, man habe ihnen „Steine in den Weg gelegt“. Sie schlug vor, es könne sich ja ein anderer Bürger aufstellen lassen. Jedoch wurde unter den Besuchern der Versammlung kein Freiwilliger gefunden. Somit erläuterte Zanker das weitere Vorgehen: „Wir essen jetzt eine Pizza und gehen wieder heim.“ Er betonte aber: „Auch wenn nur ein Kandidat zur Wahl steht, ist noch nichts entschieden!“
„Ein zweiter Kandidat hätte der Wahl gut getan“
Das betont auch Ernst Wüst, stellvertretender Bürgermeister von Altenstadt: „Denn jeder Bürger kann auch einen anderen Namen auf den Wahlzettel schreiben.“ Dennoch ist er der Meinung, ein zweiter Kandidat hätte der Wahl gut getan. „Das hätte dem Bürger das Gefühl vermittelt, eine Entscheidung zu haben.“
Dass die Marktratsfraktionen Höss unterstützen, hätte einen Gegenkandidaten in Wüsts Augen nicht abschrecken dürfen. Schließlich müsse der Gemeinderat die Entscheidung der Bürger akzeptieren. „Außerdem war Höß lediglich Wunschkandidat der Mehrheit der Fraktionen und nicht aller Marktratsmitglieder“, betont er.
Für Bürgermeisterkandidat Höß bedeutet Zankers Rückzieher eine Änderung seiner Wahlkampfstrategie. „Man kann es eigentlich nicht mehr direkt als Kampf bezeichnen“, bringt er es auf den Punkt. Sein vornehmliches Ziel sei es nun, eine möglichst hohe Wahlbeteiligung zu erzielen.
„Es wäre schade, wenn nur wenige Bürger zum Wählen gehen, weil es nur einen Kandidaten gibt“, so Höß. Er werde deshalb trotzdem das „volle Programm“ durchziehen und in allen Ortsteilen das Gespräch mit den Bürgern suchen.
Zeitungsbericht der Illertisser Zeitung