Altenstadter Bürger sollen die Wahl haben
08.01.2010 20:30 Uhr
von Eva Büchele

„Mich hat jemand angesprochen, ob ich mich nicht zur Wahl stellen würde“, berichtet der 49-jährige Schreibwarenhändler. Dabei sieht er sich nicht als Gegner von Höß: „Herr Höß ist ein sehr kompetenter Kandidat.“ Zanker wollte den Bürgern eine Wahlmöglichkeit bieten: „Und natürlich würde ich auch gern Bürgermeister werden“, sagt er.
Jetzt muss alles schnell gehen
Jetzt muss alles schnell gehen: „Eigentlich sollten die Wahlvorschläge bereits bis Donnerstag, 7. Januar, eingereicht werden“, sagt Wahlleiter Hans-Georg Storbeck von der Gemeindeverwaltung. Doch laut Vorschrift wird eine Nachfrist eingeräumt, wenn bis zu diesem Zeitpunkt kein oder nur ein Wahlvorschlag eingegangen ist. Und weil bisher nur Höß als gemeinsamer Kandidat aller Parteien vorgeschlagen wurde, greift nun diese Frist. „Bis 14. Januar können noch Vorschläge gemacht werden, bis 18. Januar liegt dann eine Unterschriftenliste aus“, so Storbeck. Mindestens 80 Unterschriften von Altenstadter Bürgern benötigt jeder vorgeschlagene Kandidat, damit letztendlich am 28. Februar sein Name auf dem Wahlschein steht.
So viele Unterschriften zusammen zu bekommen, sei gar nicht so einfach, erinnert sich Helmut Stölzle an die Zeit, als seine Freien Wähler in die Altenstadter Kommunalpolitik einzogen. „80 Leute müssen erst mal dazu bewegt werden, ins Rathaus zu gehen und sich einzutragen.“ Der FWG-Vorsitzende will deshalb zunächst einmal abwarten, ob es der weitgehend unbekannten Wählergemeinschaft gelingt, nach der Nominierungsversammlung einen Kandidaten aufzustellen und wer dies sein wird, bevor er die Situation bewertet.
Ähnlich sieht es Ernst Wüst von der SPD. Der derzeit amtierende Zweite Bürgermeister hatte mitbekommen, dass sich in bestimmten Kreisen der Altenstadter Bürgerschaft der Wunsch regt, in einem Wahlkampf mit zwei Kandidaten einen Nachfolger des kürzlich gestorbenen Gustav Schlögel zu suchen. „Für die Demokratie ist das bloß gut“, findet Wüst. Und der praktische Ablauf der Wahl werde vereinfacht. Bei nur einem Kandidaten können die Wähler jeden anderen wählbaren Bürger der Gemeinde auf ihrem Stimmzettel notieren, bei zwei fest nominierten Kandidaten geht das nicht mehr. Dann werden Stimmzettel mit einem dritten Namen ungültig. Zu einer Prognose über einen möglichen Wahlausgang lässt sich Wüst nicht verleiten. „Der Kandidat, der am Abend des 28. Februar 50 Prozent plus eine Stimme hat, wird neuer Bürgermeister“, sagt er schmunzelnd.
„Mitbewerber, nicht Gegner“
Wolfgang Höß, der Wunschkandidat aller Parteien und bekannten politischen Gruppierungen in Altenstadt, zeigte sich gestern nicht sehr überrascht, möglicherweise einen Gegenkandidaten zu bekommen. „Jeder hat das Recht, sich aufstellen zu lassen. Das ist ein ganz normaler Vorgang.“ Er habe es eher als ungewöhnlich empfunden, dass sich alle Gruppierungen für ihn entschieden haben. Höß will an seiner Linie festhalten. „Ich will keinen Wahlkampf führen, sondern Wahlwerbung machen.“ Sollte es einen Gegenkandidaten geben, sehe er ihn als Mitbewerber, nicht als Gegner.
Die Nominierungsversammlung der Wählergemeinschaft Altenstadt findet am Dienstag, 12. Januar, um 20 Uhr in Untereichen in der Pizzeria „Italia“ statt.
Bericht der Illertisser Zeitung