Interview

mit Norbert Baumgärtner, der im Fall einer Wahl zum Altenstadter Bürgermeister am 28. Februar diese annehmen würde.

Forum: Herr Baumgärtner, Sie haben nun auch in Illertisser Zeitung (Ausgabe Dienstag, 2.Februar) offiziell erklärt, gegebenenfalls die Wahl zum Bürgermeister anzunehmen. Woher kommt der Sinneswandel nun? Am 12. Januar haben Sie bei der Versammlung der Wählergemeinschaft Altenstadt im Gasthaus „Bächle“ in Untereichen rundweg abgelehnt.

Baumgärtner: Nun, damals kam dieser Vorschlag aus völlig heiterem Himmel, nach dem Herr Jürgen Zanker für eine Nominierung nicht mehr zur Verfügung stand. Da hat man mich kalt erwischt. Ich ging da einfach als Versammlungsbesucher hin. Natürlich war dann auch ich enttäuscht, dass es bei der Wahl am 28. Februar keinen zweiten offiziellen Wahlvorschlag geben sollte.

Forum: Doch jetzt haben Sie es sich anders überlegt oder wollten Sie einfach ein formelles Nominierungsverfahren umgehen?

Baumgärtner: Überhaupt nicht! Ich habe mit Herrn Zanker als Kandidaten gerechnet. So hatte dieser sich ja auch zuvor in der Tageszeitung angekündigt. Nach seinem Rückzug und nach Lage der Dinge - die notwendigen Fristen waren ja de facto abgelaufen – hätte ich ja gar nicht mehr antreten können.

Forum: Aber jetzt treten Sie doch quasi offiziell an, warum?

Baumgärtner: Es sind eine Reihe von Leuten an mich herangetreten, die – genau wie ich enttäuscht sind – dass es keine echte Alternative gab. Und da das bayerische Kommunalwahlrecht auch die „außerparlamentarische Möglichkeit“ bei der Bürgermeisterwahl vorsieht bzw erlaubt, habe ich diesem Drängen nachgegeben.

Forum: Woran reiben sich denn die Kritiker konkret?

Baumgärtner: Die von den Marktratsfraktionen initiierte, einvernehmliche Nominierung von Herrn Höß ist bei einigen Altenstadtern auf Ablehnung gestoßen. Der Bürgerwunsch einer echten Alternativ-Konstellation vor der Wahl wurde außer Acht gelassen. Das wollte und will ich nun mit meiner Initiative ändern. Ich möchte gewährleisten, dass der Bürger eine echte Wahl hat.

Forum: Glauben Sie, dass sie für das Amt auch qualifiziert sind?

Baumgärtner: Ja natürlich. Ich komme ja ursprünglich aus der öffentlichen Verwaltung. Und mein beruflicher Werdegang weist dies ebenfalls aus. Ich betrete da keineswegs Neuland. Meine juristischen Kenntnisse sowie in Betriebswirtschaft und Management kommen mir sicher zugute.

Forum: Haben Sie auch schon konkrete programmatische Vorstellungen Ihrer Arbeit im Falle der Wahl?

Baumgärtner: Angesichts der angespannten, wirtschaftlichen Lage und leerer Kassen in den Haushalten mache ich keine großen Wahlversprechen. Hauptaufgabe des neuen Bürgermeisters wird die Konsolidierung des Gemeindehaushaltes sein.

Forum: Noch ein Letztes – Im Gasthaus „Bächle“ haben Sie Ihre Ablehnung einer Kandidatur mit der Besoldung des Bürgermeisters nach Gehaltsstufe A 16 abgetan. Das klang arrogant und überheblich.

Baumgärtner: Das mag so sein. Doch so war's nicht gemeint. Von Seiten der anwesenden Gemeinderäte kam der Einwurf, ich würde es nur des Geldes wegen machen. Klar, der Besoldung wegen bräuchte ich dieses Amt nicht anzustreben. Ich bin finanziell und auch sonst unabhängig und darauf nicht angewiesen. Das wollte ich damit sagen. Natürlich ist das Amt an sich reizvoll und erstrebenswert. Ein Bürgermeister kann viel bewegen. Und deshalb steige ich nun auch in den Ring.

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